Die Lithographie-Werkstatt |
Die ehemalige Küche des Hauses dient heute als
Lithographie-Werkstatt. Hier ist die Lithographie-Presse (und auch die Holzschnitt-Presse)
Webers aufgestellt, die bei Kursen im Museum noch heute Anwendung findet.
Dieses 1798 erfundene Flachdruckverfahren benötigt als Grundmaterial eine Platte aus Solnhofer Kalkschiefer. Dieser ist in der Lage, sowohl Wasser wie auch Fett aufzunehmen. Nach sorgfältigem Glattschleifen kann mit fetthaltiger Lithotusche oder Lithokreide auf den Stein gezeichnet werden. Nachdem die fertige Zeichnung mit Talkum behandelt wurde, streicht man sie mit Salpetersäure und Gummi arabikum ein. Anschließend wäscht man mit Wasser ab und reibt den feuchten Stein mit Terpentinöl ab. Die Zeichnung verschwindet dabei fast völlig. Nun wird über den feuchten Stein mit einer Walze fetthaltige Druckfarbe aufgetragen. Die Farbe bleibt nur an den fettigen Stellen der Zeichnung haften und wird vom Wasser der unbezeichneten Stellen abgestoßen. Mit Hilfe der Presse kann nun die Zeichnung seitenverkehrt auf ein darübergelegtes Papier abgedruckt werden. Weber versah seine Arbeiten zum Zeichen der persönlichen Qualitätskontrolle links
unten mit einem roten Stempel mit dem Signet der Clan-Presse - das ehemalige Signet des
"Widerstandskreises" mit einem "w" für Weber.
Im Gewölbekeller des Museums ist ein ganz besonderer kulturhistorischer Schatz zu
sehen: Webers Lithosteine. Da Weber nicht - wie sonst üblich - nach dem Druck einer
Auflage die Steine wieder abgeschliffen hat, sondern nur für den jeweiligen Bedarf
druckte, blieben über 700 der zum Teil beidseitig bezeichneten Druckträger erhalten und
bieten in ihrer Fülle von über 20 Tonnen Gewicht einen imposanten Anblick sowie -
zusammen mit der Lithowerkstatt - einen in dieser Form selten dargebotenen Einblick in den
Herstellungsablauf der Lithographie.
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