A. PAUL WEBER -
Das Werk

"Ich folge einem Drang und empfinde es als meine Aufgabe, daß ich das, was mich bewegt, bedrückt, mit Sorge erfüllt oder auch amüsiert und belustigt, sichtbar mache, es gestalte. Zumeist kann ich mich wie ein Chronist an die Tatsachen halten. Das aber ist die Gabe: in Bildern zu denken."
A. Paul Weber, 1967



 

 

Vergnügte Tänzer

Vergnügte Tänzer

× Die possierlichen Tierbilder
× Die satirischen Tierbilder
× Gesellschaftskritik
× Frühe Arbeiten, Gebrauchs- graphiken und Holzschnitte
× Die Britischen Bilder
× Die Gefangenen
× Widerstand
× Buchillustrationen
× Narren
× Schachspieler
× Kunst und Kunstbetrieb
× Ölmalerei
× Umweltzerstörung
× Tod
× Medizin

 

Die Kunstgeschichte hat von A. Paul Weber zunächst kaum Notiz genommen. Ihm wurde vorgeworfen, mit seinem Werk außerhalb der kunstgeschichtlichen Tradition zu stehen. Dabei zeigt vor allem das Frühwerk in Inhalt und Form Anklänge an die großen humoristischen Zeichner wie Wilhelm Busch, während Weber später mehr und mehr die Nachfolge der großen zeitkritischen und satirischen Graphiker wie Francisco Goya und Honoré Daumier antrat. Viele von Webers Arbeiten reichen an das Pathos Ferdinand Hodlers oder an die Ernsthaftigkeit und den schonungslosen Realismus von Käthe Kollwitz heran.

Ungeachtet dieser Vorbilder ging Weber jedoch stets seinen eigenen künstlerischen Weg. Ihm war der Inhalt seiner Bilder und deren Verbreitung wichtig. Er behandelte seine Graphiken mehr als Botschaften denn als Kunstwerke. Seine Abneigung gegen die Spielregeln des Kunstmarktes, die er mit unlimitierten Auflagen, manchmal auch mit der Verweigerung seiner Signatur verhöhnte, sein Engagement für die Kleinen und Schwachen, trug dazu bei, Weber in der etablierten Kunstszene als suspekt erscheinen zu lassen.

Dabei kann man gerade bei Weber das nachvollziehen, was Kunst im Wesen ausmachen sollte: den Einklang von Inhalt und Form. Oft hat er Dutzende von Entstehungen und Varianten geschaffen, bis er die Form und Gestaltung fand, die seiner Meinung nach dem Thema entsprach.

Die Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten Weber in Handzeichnung und Lithographie reicht dabei von der lockeren Skizze, die trefflich das Darzustellende mit wenigen sicheren Strichen in seinen wesentlichen Formen erfaßt, bis hin zum "altmeisterlich" ausgearbeiteten, großformatigen Blatt mit hoher Dichtigkeit des Strichs und vielen fabulierfreudig dargestellten Details. Hier schöpfte Weber vor allem die ihm in der Technik der Lithographie zu Gebote stehenden Mittel vom harten, stählern wirkenden Tuschestrich bis hin zu weich verfließenden oder körnigen Flächen, die mit Pinsel oder Kreide aufgetragen sind, voll aus. Auf die fertige Lithographie walzte Weber mit Ölfarbe Töne auf, die oft für Drucke von Tonplatten gehalten werden.

Webers Graphiken zeichnet stets ein großes Einfühlungsvermögen in den Bildgedanken aus. Trotz der hohen künstlerischen Qualität ist es darum immer der Inhalt, der uns anspricht und beeindruckt. Stets zeigt sich, daß Webers Themen nicht nur tagespolitische Bezüge haben, welche das Werk auf lange Sicht historisch interessant werden lassen, sondern daß hinter ihnen zutiefst Menschliches verborgen liegt, das über aktuelle Bezüge hinausreicht und ein Stück vom Menschen widerspiegelt.



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