Buchillustrationen |
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| A. Paul Weber hat über 115 Bücher illustriert, darunter Klassiker der
deutschen Literatur wie die "Fastnachtsspiele" von Hans Sachs, Goethes "Reineke
Fuchs", Grimmelshausens "Simplicissimus" oder die
weltbekannten Geschichten von "Münchhausen" und "Till
Eulenspiegel". Schon diese Aufzählung zeigt, dass der Künstler sich vor allem
von der volkstümlich-derben Welt der Schelmen und Narren angezogen fühlte. Eine Auflistung der von Weber illustrierten Bücher finden
Sie hier: Darüber hinaus entstanden 118 Buchausstattungen und Umschlaggestaltungen, zahlreiche Arbeiten für Almanache und Kalender sowie eine große Anzahl von Illustrationsbeteiligungen in Büchern und Zeitschriften. Dabei ist zu bedenken, dass oft eine immense Vorarbeit nötig war, bis die endgültigen Illustrationen druckfertig vorlagen. Allein für die 10 Federzeichnungen, mit denen der 1955 erschienene "Münchhausen" ausgestattet wurde, schuf der Künstler über 250 Skizzen und Entwürfe. Die Anfänge der Buchillustrationen Webers liegen in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. In den 1919/20 entstandenen Zeichnungen zu Werken von Hans Sachs griff er stilistisch auf den nürnbergischen Holzschnitt der Dürerzeit zurück. Von ganz anderer Art sind die 107 Illustrationen zu Kutzlebs "Zeitgenossen" (1922). Der Autor, Wandervogel wie Weber, beklagte in diesem Buch zivilisatorische Verfallserscheinungen und erkannte bereits die Gefahren drohender Zerstörung der Umwelt, brachte darin aber auch seine eigenen, antisemitischen Anschauungen zum Ausdruck. In den z. T. karikierenden, vom Stil her oft unterschiedlichen Zeichnungen erreichte Weber hier einen ersten Höhepunkt als kritischer und satirischer Graphiker. Weber zeichnete - vor allem in den Zwanziger Jahren - einige Bilder antisemitischen Inhalts, die als Buchillustrationen im Auftrag der jeweiligen Verlage entstanden. Dass Weber persönlich antisemitisch eingestellt gewesen wäre, lässt sich jedoch nicht belegen. In den farbig aquarellierten Federzeichnungen zu den deftigen, spätmittelalterlichen Balladen
von Francois Villon, die Weber 1939 schon einmal illustriert hatte, gelangte der Künstler
wie selten zuvor zu einer Freiheit von Strich und Farbe, die den Blättern einen
besonderen Reiz verleiht. |
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