Medizin(kritisches)


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Exodus
1980
Der Scheinheilige
1968
Intensivstation
1980
0306.jpg (9626 Byte) homkab3.jpg (12016 Byte) 1155.jpg (9827 Byte)
Das Begräbnis
1980
Homöopathisches Kabinett
1934
Im guten Glauben
1956



Das „Homöopathische Kabinett“

1934 bemalte Weber 45 Schranktüren des „Homöopathischen Kabinetts“ der Löwenapotheke in Göttingen, in dem für die Herstellung naturheilkundlicher Mittel benötigte Substanzen aufbewahrt wurden. Mit Emil Willrich, der als erster Apotheker in Norddeutschland ein derartiges Kabinett einrichtete, entwarf Weber ein erstaunliches Bildprogramm mit berühmten Heilkundigen wie Paracelsus (dem „Urvater“ der Naturheilkundler), Christian Fr. Samuel Hahnemann (dem Begründer der Homöopathie), Otto Willrich (dem Vater des Auftraggebers) und dem Göttinger Harnbeschauer Ausmeier sowie skurrilen Patiententypen, zahlreichen Gift- und Heilpflanzen und anderen heilungsbringenden Dingen im homöopathischen Sinne, wie etwa Quecksilber, Bergkristall, Kröte, Spinne, Tintenfisch und Schlange. Hinweise auf die Hersteller homöopathischer Mittel gestaltete Weber einfallsreich mit lustigen Szenen aus dem Zwergenreich. Eine Tür zeigt den Löwen als „Wappentier“ der Apotheke, eine weitere den fidelnden Tod, der fragt: “Und welches Kraut ist für mich gewachsen?“

Es bleibt ein erstaunliches Wagnis von Willrich als Inhaber und Weber als Künstler, einen Bereich, dem an Seriosität gelegen sein musste, mit einem derartig skurrilen und humorigen Bildprogramm zu versehen, das in seiner Art absolut einmalig ist. Der Raum der Göttinger Apotheke wurde im Ratzeburger Museum mit den originalen Werken von Weber rekonstruiert.

Für die Apotheke fertigte Weber weiterhin ein Firmensignet, einen Briefkopf und Reklamegraphiken, farbige Apothekergefäße aus Holz und Porzellan, geschnitzte Türstöcke, bunte Holzfiguren für das Schaufenster, Bilder und drei großformatige Glasfenster. Insgesamt dürften an die 200 Arbeiten entstanden sein.

Medizinkritisches

Die kritische Auseinandersetzung mit der Schulmedizin war das letzte große Thema im Werk Webers. In seinem Todesjahr 1980 schuf der 87jährige in ungebrochener Schaffenskraft eine Reihe von Lithographien, die als Illustrationen für die Artikelserie „Medizin in der Krise“ vom Magazin „Der Spiegel“ in Auftrag gegeben wurden. In den Heften 34-37 wurden insgesamt acht Bilder abgedruckt, u.a. Das Begräbnis, Exodus, Der Scheinheilige und Im guten Glauben - die beiden letzteren waren ältere, nun wiederverwendete Motive.

„Das Begräbnis“ - ein Arzt, der symbolisch die Schulmedizin zu Grabe trägt - sollte auf dem Titelblatt erscheinen, wurde dann aber aufgrund politischer Ereignisse in Polen in letzter Minute durch ein aktuelles Foto hierzu ersetzt.

Weber vertraute der Naturheilkunde und dem befreundeten Heilpraktiker und Augendiagnostiker Emil Stramke. Später war er mit dem in Lauenburg ansässigen Arzt Julius Hackethal befreundet, der sich oft spektakulär gegen Missstände in der Schulmedizin zu Wort meldete. Diesen - und nicht etwa dem Berufsstand der Ärzte allgemein - galt auch Webers Kritik. So spiegeln Blätter wie Die Flucht aus dem Krankenhaus die Angst und Hilflosigkeit des Patienten gegenüber der oft übermächtigen und unverständlichen Apparate-Medizin und der damit verbundenen Entwürdigung des Patienten und seine Degradierung zum Objekt wider.


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